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Artikel von moderitz | 01.12.11 11:00 | 183 Augepos. bewerten

Portugal. The Man im Rockhouse

183 Auge

Was war das am Mittwochabend für ein Gedränge – man hätte meinen können sich in den ersten 3 Reihen eines Festivalkonzerts zu befinden. Grund dafür waren die „Steaming Satellites“ und „Portugal. The Man“, wobei erstere Band einen Gig ablieferte, bei dem einem der Mund vor Begeisterung offen stehen blieb.

Schon als man die Tür zum Foyer des Salzburger Rockhouse betritt, liest man auf einem Schild dick und fett nur ein Wort – „AUSVERKAUFT“.  Der Salzburger Geheimtipp  „Steaming Satellites“, die aus Portland stammenden „Portugal. The Man“ und die lauten aber ausgezeichneten „TV Buddhas“ machen einfach und ehrlich das was sie am besten können – Musik.

 

Dampfende Satelliten heben ab

 

 

Zwar sollten „Portugal. The Man“ in der Musikhierarchie eigentlich als Headliner wirken,  jedoch ließen einen die „Steaming Satellites“ mehr den Atem anhalten, als das bei ihren Freunden aus Portland der Fall war. Gerade von der Amerika Tournee zusammen mit „Hello Electric“ zurück, konnte man gestern ein Set der Gollinger hören, wie es gefestigter und weiterentwickelter zugleich nicht sein hätte können.

 

 

Die Zeit arbeitet für sich – was die Zeit zwischen der Veröffentlichung des zweiten Albums „The Mozart Mustache Affair“, dem Auftritt am „STUCK!“- Warm Up auf der Steinterrasse und ihrem jetzigen Konzert veränderte? Waren die „Steaming Satellites“ bei ihrer CD-Release nur noch zu viert statt zu fünft und mussten anfangs hörbarerweise erst lernen ein Instrument zu ersetzten, so hatten sie dies gestern vollends drauf. Und wer weiß – vielleicht sind sie ja irgendwann wieder zu fünft unterwegs. So oder so kann man sagen, dass die „Steaming Satellites“ mittlerweile ein Geheimtipp der österreichischen Musikszene sind.

 

Portugal. The Man begeistert

 

 

Seit dem Album „The Satanic Satanist“, welches im Jahre 2009 alle Indie – Fans das Lied „The Sun“ mitsingen ließ, sollten „Portugal. The Man“ ein Begriff sein. Prägnant kennzeichnend war immer schon die hohe Stimme von Sänger  John Gourley, die man leicht mit einer Mädchenstimme verwechseln könnte.  Aber gerade das ist zusammen mit den mehr als überdachten musikalischen Arrangements der Punkt, der „Portugal. The Man“ ausmacht. Im ersten Viertel hörte man ein zehnminütiges Stück der Meisterklasse, das einen an Unbeschwertheit, Liebe und Leichtigkeit erinnerte. „Portugal. The Man“ haben ihre ganz eigene Art und Weise über Musik Gefühle zu vermitteln, so viel steht fest. Zusammen mit kreisrunden galaktisch wirkenden Lichtkugeln auf der ganzen Bühne, einem randvollen Saal und der ehrlichen Begeisterung der Band dieses Konzert spielen zu dürfen, war das ein ganz wunderbarer Gig. Einzig und allein der Sound ließ etwas zu wünschen übrig – hörte man bei den „Steaming Satellites“ jedes Instrument genau heraus, so tat man sich, bei „Portugal. The Man“ etwa schwer.

 

Grap the drums – lady

 

 

Schon alleine weil eine Frau am Schlagzeug sitzt, die noch dazu einen Wuschelkopf an Locken besitzt, auf den man neidisch werden kann, muss man die „TV Buddhas“ einfach mögen.  Die dreiköpfige Band aus Israel geht es klassisch auf die rockige Art und Weise an und zeigt, mehr als Schlagzeug und zwei Gitarren braucht es nicht, um kräftige, gewaltige Musik zu machen. Man fühlt sich zurück versetzt in die gute alte Post-Garage Zeit von „Nirvana“ und Co und will am Ende nicht wahrhaben, das jetzt nun auch die letzte Band zu spielen aufgehört hat.

Resümee des Abends, während man von „Portugal. The Man“ gute musikalische Arbeit gewöhnt ist, rissen einen die „Steaming Satellites“ und die „TV Buddhas“ dermaßen vom Hocker, dass es besser hätte nicht sein können.

 

Sara Wichelhaus

 

 

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